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http://wwws.phil.uni-passau.de/histhw/TutKrypto/tutorien/Abkuerzungen.htm

https://www.phil.uni-passau.de/fileadmin/dokumente/lehrstuehle/frenz/online-tutorien/TutKrypto/tutorien/Abkuerzungen.htm

Die "Brachygraphie" oder anders ausgedrückt, die Kunst abgekürzt zu schreiben entstand sehr früh aus dem Bedürfnis heraus, beim Schreiben einerseits Platz und andererseits natürlich Zeit zu sparen. Dieses Bestreben war schon im Mittelalter weit verbreitet und erfüllte die eben genannten Bedürfnisse sehr gut, jedoch war und ist die Brachygraphie noch heute die Ursache schwerer Irrtümer bei der Interpretation von alten Schriftwerken . Auch heute werden zahlreiche Substantive, Redewendungen etc. abgekürzt, wohl aus den gleichen Ursachen heraus wie im frühen Mittelalter. Im Deutschen dürften gegenwärtig mindestens 50000-60000 Abbreviaturen üblich sein, ganz abgesehen von den unzähligen gelegentlichen, individuellen, situationsbedingten, lokalen und so genannten "Gebrauchs- oder Hilfsabkürzungen"; die Fülle von Zeichen und Symbolen ist in dieser Zahl noch nicht berücksichtigt . Dies führt dazu, dass der Gesamtumfang der Abbreviaturen ständig zunimmt, man denke alleine an den Sprachgebrauch der Jugend, vor denen wohl kein Wort sicher ist und nicht abgekürzt werden könnte. Dr. Heinz Koblischke schreibt zu dieser Problematik: " Bedenkt man, dass sich fast jedes einzelne Wort abkürzen läßt, und zwar oft in verschiedener Weise, daß die Möglichkeiten der Bildung und Abkürzung mehrgliedriger, d.h. aus mehreren Wörtern bestehender Begriffseinheiten ( z.B. Organisationsnamen) nahezu unbegrenzt sind und die modernen Lebensformen zu einem immer größeren Informationsaustausch, zu einer immer stärkeren Internationalisierung ( und damit Konfrontation auch mit ausländischen Ausdrücken und Abbreviaturen!) drängen, dann gewinnt man eine Vorstellung davon, wie weitreichend und produktiv dieses Gebiet wirklich ist, wie sehr gleichzeitig aber die Gefahr anwächst, dass die meisten Abkürzungen gar nicht mehr verständlich sind und so ihren eigentlichen Sinn und Zweck verfehlen." 
Diese Arbeit richtet ihr Augenmerk jedoch auf die Zeit des Mittelalters und die damals gängigen Abbreviaturen und lässt somit eine Einschränkung zu, die es ermöglicht, alle mittelalterlichen Abkürzungen, sowohl lateinischer als italienischer Wörter, in sechs Gruppen einzuteilen. Diese Klassifikation orientiert sich an dem Standardwerk für lateinische und italienische Kürzungen, dem "Lexicon Abbreviaturarum", herausgegeben von Adriano Cappelli im Jahre 1899. Es werden ebenso andere Autoren herangezogen, denn die von Cappelli vorgegebene Systematik der Abbreviaturen, die weitgehend auf dem nur wenige Jahre zuvor erschienen "Versuch" Cesare Paolis beruht, ist zu eng, um die Vielfalt der vorkommenden Abbreviaturen gerecht zu werden, und darüber hinaus in vielen Details ahistorisch. 
An nächster Stelle soll vorerst eine kurze Definition der Abbreviaturen erfolgen und einem nächsten Schritt eine funktionale Betrachtung der Abbreviaturen erfolgen.

Pauwel - 24 feb 2014 - 12:48







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